ATHLETE MATTHIAS BERNARD

 

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Wie bist zum Kampfsport gekommen?

Denn ersten persönlichen Kontakt zu Kampfsport hatte ich 2003, als ich meine Ausbildung zum Ergotherapeuten in Wilhelmsdorf bei Ravensburg begann.

Dort gab es zweimal die Woche ein Tae Kwon Do Training, angeleitet von einem sehr engagiertem Trainer. Mich faszinierte sofort die Vielseitigkeit dieses Sports. Ob Kondition, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Alles wurde einem abverlangt. Auch die geistige Seite kam nicht die kurz. Irgendwie hatte es Bedeutung. Wir waren damals auch eine sehr coole Gemeinschaft ,die auch außerhalb der Turnhalle viel unternahm. Oft saßen wir am Abend nach dem Training zusammen und schauten K1 oder zündeten ein Lagerfeuer an und grillten.

Nach etwa 6 Monaten fragte mich mein Trainer, ob ich mal einen Wettkampf mitmachen wollte. Dies war für mich eine riesige Herausforderung. Am ersten Turnier wurde ich Zweiter. Ich konnte zwei Kämpfe gewinnen und verlor dann das Finale. 

Meine Leidenschaft wurde auf jeden Fall geweckt.

 

Wie bist Du zum Brasilien Jiu Jitsu gekommen?

2006 schloss ich die Ausbildung zum Ergotherapeuten ab und zog nach Freiburg im Breisgau. Dort suchte ich nach einem Kick und Thaibox Club und fand auch einen passenden Verein.

Ungefähr im Februar 2007 kam ein Bjj Blaugurt ins Training und startete einen Kurs der einmal die Woche laufen sollte.

Sofort war ich Hin und Weg von diesem Sport und wollte mehr. Im Internet erfuhr ich, dass es einen Club gab, der Brasilianisches Jiu Jitsu anbot, aber auch einmal die Woche MMA.

Dort trainierte ich einige Jahre und Kampfsport wurde zu dem bestimmenden Thema meines Lebens.

 

Wo bist durch den Kampfsport überall rumgekommen?

2011 startete ich meine erste sechs monatige Reise nach Thailand.

Ich hörte von legendären Trainigscamps in den Tropen und wollte wissen wo meine Grenzen liegen. Also reiste ich von Camp zu Camp und trainierte jeweils einen Monat in jedem.

Angefangen von Ko Samui, Ubon Ratchatani, Chiang Mai, Pai, alles waren schöne Orte und es gab spektakuläres Training.

Im Winter 2012/13 flog ich nochmal nach Thailand, aber diese Mal nach Phuket, um im Phuket Top Team zu trainieren.

Was mich dort erwartete war grandios. Die ganze Umgebung ist wie gemacht für Sportler.

Aus der ganzen Welt kommen Kampf und Kraftsportler an diesen Ort und finden eine Oase des Sports.

Ob gesundes Essen, Sportläden, Sportmassagen alles findet sich an diesem Ort. Sowie die legendären Gyms: Tiger Muay Thai, Phuket Top Team (PTT) und ein paar kleinerer Muay Thai Gyms wie Dragon. Einige Jahre später kam noch AKA Thailand dazu.

 

PHUKET_BJJ PHUKET_BBQ TRAINING_THAILAND

 

Du trainierst doch unter Olavo Abreu, wie ist es dazu gekommen?

Ich trainierte die meiste Zeit im PTT, da ich so fasziniert von dem Headcoach war. Olavo Abreau, ein Brasilianischer Schwarzgurt, der sich in Phuket sesshaft gemacht hat.

Seine ganze Aura, seine Sicht auf Jiu Jiutsu faszinierte mich stark.

Nicht nur der Wettkampf oder wer der Härteste war stand im Mittelpunkt.

Nein, der Lifestyle. Das war der Punkt.

Das treffen mit Freunden auf und neben der Matte,  das Genießen des Sports, aber auch die gemeinsame Zeit am Strand, beim Surfen oder beim BBQ, das war Leben pur.

Leider hatte ich dieses Mal Jobbedingt nur einen Monat zeit. Wieder Zuhause angekommen nahm ich mein Training wieder auf aber vermisste das Flair, das ich in Phuket erlebt durfte.

 

Ab wann hast Du entschieden, Deinen Schwerpunkt auf Kampfsport zu legen?

Ein Anruf meines Vaters änderte alles. Er erzählte mir, dass mein Bausparvertag beendet sei und wolle mit mir die weitere Anlage besprechen. Doch zu seinem Entsetzen wollte ich diesen ausbezahlt bekommen (Jahre später, jetzt wo ich fast meinen gesamten Lebensunterhalt mit Kampfsport finanzieren kann, versteht mein Vater meinen damaligen Schritt).

Ich kündigte meinen Job und trat im Winter 2013/14 eine weitere Reise nach Thailand an.

Aber dieses Mal sollte ich ganze sechs Monate im PTT und bei Olavo Abreu bleiben.

Es war eine großartige Zeit, mit viel Spaß und Action, aber auch Verletzungen und Erkrankungen wie z.B. Staph-Infektionen.

 

Seit wann unterrichtest Du und wo?

Im Frühjahr 2014, nachdem ich wieder zurück aus Thailand war, erhielt ich einen Anruf von Nils Loton der eines der großen Kick und Thaibox Clubs in Freiburg aufgebaut hat - das ExitAsia. 

Er wollte ein eigenes MMA Progamm in den Stundenplan einbauen. Da wir uns schon früher kennen gelernt hatten, wussten wir, dass wir miteinader gut auskommen. 

2014 ging es also mit eigenen Gruppen im ExitAsia los. Erst mit zwei MMA und einer Grappling-Einheit, später kamen weitere Einheiten dazu. 

Heute haben wir BJJ, Grappling und MMA Einheiten, morgens wie abends.

 

MMA_GABRIEL COACH_MATEO BJJ_GLOBETROTTER

 

Auf welchen Wettkämpfen warst Du bisher?

In den letzten Jahren bestritt ich mehrere Wettkämpfe im Jiu Jitsu und im MMA und konnte auch einige Titel einfahren. 

Zum Beispiel 2014, die Shooto Grappling Deustche Meiserschaft. 

2015 die Europäische Meisterschaft der CBBJE und im selben Jahr konnte ich noch die IDM der ISKA im MMA gewinnen. 

Im Frühjahr 2016 musste ich mich dann einer Miniskus Op unterziehen, trainierte aber hart, um im Spätsommer einen WM Titel im Grappling, sowie eine Submission Only Competition in Köln zu gewinnen. 

2016 bekam ich meinen Braungurt von Olavo Abreu verliehen, der in seiner Seminarreise auch in Freiburg Station machte.

Oss!! 

2017 hatte ich mehr Pech. Entweder konnte ich wegen Verletzungen an Wettkämpfen nicht teilnehmen oder es gab keine Gegner. 

In Leipzig konnte ich ein Submission Only Tunier Gewinnen und hoffe, dass es nicht das letzte Turnier dieses Jahr war.

Meine Teamkollegen und Freunde waren in diesen drei Jahren auch sehr fleißig. Im MMA und im BJJ gab es so einige Wettkämpfe die wir gemeinsam gemeistert haben und egal ob Sieg oder Niederlage immer zusammen hielten.

 

MMA_ SUBMITTAG MMA_FIGHTER_MATEO

 

Was fesselt dich an Brasilien Jiu Jitsu?

Nicht nur die Wettkämpfe und Erfolge sind das was mich so an diesen Sport fesseln. Der gesamte Lifestyle, die Freunde, die ich in dieser Zeit kennen lernen durfte. Mein Team das zu einer Familie zusammen gewachsen ist, das alles möchte ich nicht mehr missen. 

Die Trainings und Seminarreisen, die verrückten aus der ganzen Welt, die die gleiche Leidenschaft teilen. Es ist großartig so ein Leben führen zu dürfen. Ich kann mir nur wünschen, dass es noch lange so weiter geht, am besten bis zum Schluss. 

BJJ4LIFE